Willkommen in Hohen Neuendorf
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Instrumente, die Generationen überdauern: Geige und Cello aus zarter Hand

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Instrumentenbauerin
Thilde van Norel
Telefon:01 57/71 31 16 97
Website:www.thildevannorel.com

Neues Leben, neue Liebe

Stand: September 2020

Lesen bildet und kann manchmal sogar das Leben auf einen Schlag grundlegend verändern! Diese Erfahrung machte eine zierliche Holländerin, die durch ein Buch dazu kam, Hohen Neuendorf zu einer ganz neuen Funktion zu verhelfen, als Magnet für Musiker weltweit!

Zu Thilde van Norel kommen ambitionierte Violinisten, Cello- und Bratschespieler. Ehemann Christian Köhn versetzt hingegen die Gitarristen in die Lage, mit neuen Tönen zu verzücken. Das Paar betreibt in Hohen Neuendorf eine Werkstatt für handgefertigte Instrumente. Damit beleben sie ein altes Handwerk, das nur noch wenige ausüben.

Handwerkskunst gegen Industrie
Schließlich wird der Markt mit preiswerten Instrumenten aus industrieller Fertigung überschwemmt, die vielfach aus China kommen. Doch selbst Musiker aus dem Riesenreich sind von deren Qualität nicht immer überzeugt: „Ich habe jetzt sogar eine Geige an einen chinesischen Musiker verkauft. Er kam zu mir nach Hohen Neuendorf, um das Instrument zu testen und war absolut überzeugt“, freut sich die Mutter von Tochter Maira, 7, und Sohn Jacob, 12. Sie haben die Leidenschaft für Musik mitgeerbt. Maira spielt Geige, ihr Bruder Cello. „Damit können wir zuhause ein kleines Kammerorchester aufstellen“, schmunzelt Thilde van Norel.

Vom Ministerium zur Geige
Sie hatte bereits eine solide Berufslaufbahn eingeschlagen, als sie als 28-Jährige ein Buch über Geigenbau in völlig neue Bahnen brachte. „Ich wusste plötzlich, dass ich das machen möchte“, erklärt sie. Die Niederländerin aus der Hauptstadt Amsterdam hatte bereits mit drei Jahren begonnen, sich für die Violine als Instrument zu begeistern. „Mein Opa malte Ölbilder, mein Vater war Orthopäde und Chirurg. So hatte ich wohl die Leidenschaft für Kunst und Handwerk mitbekommen“, sinniert sie. Doch beruflich hatte sie einen völlig anderen Weg eingeschlagen. Sie studierte Politologie und landete als Mitarbeiterin im Verkehrs­ministerium in der nieder­ländischen Regierung.

Liebe auf der Schulbank
„Beim Instrumentenbau kann ich meine Leidenschaft, etwas mit den Händen zu schaffen, mit der Liebe zur Musik verbinden“, fiel es ihr damals wie Schuppen von den Augen. Sie bewarb sich kurzerhand an der weltbekannten Fachschule im englischen Newark. „Dort werden jedes Jahr nur eine Handvoll Bewerber aufgenommen“, freut sie sich immer noch darüber, gleich beim ersten Mal eine Zusage erhalten zu haben.
Diese Entscheidung sollte weitreichendere Folgen haben, als sie sich in ihren kühnsten Träumen hätte vorstellen können. Denn mit auf der „Schulbank“ saß der Berliner Christian Köhn. Schnell funkte es zwischen den beiden.

Länger als ein Menschenleben
„Ich folgte ihm dann nach dem Ausbildungsabschluss 2007 nach Berlin. Wir hatten erst in Prenzlauer Berg, dann in Kreuzberg, unsere Werkstatt. Die Häuser wurden leider verkauft, so dass wir uns nach einem neuen Wirkungsfeld um­sahen. Das fanden wir im beschau­lichen Hohen Neuendorf“, erklären sie den Wechsel von der „Stadt aufs Land“. Die heute 46-Jährige hat mittlerweile etwa ein halbes Hundert Streichinstrumente erschaffen. Grund­materialien sind Ahorn für den Boden und Fichte für die Decke.
Bis eine Geige entsteht dauert es 350 Arbeitsstunden, ein großes Cello verschlingt doppelt so viel Zeit.
„Instrumente überdauern Generationen“, ist sie sich der hohen Verantwortung bewusst. Ihr ist ein Klangbild wichtig, das eine Balance zwischen Wärme und Brillianz darstellt. „Die Hörer im Konzertsaal, die in der letzten Reihe sitzen, sollen immer noch alles gut und klar hören“, erklärt sie ihren Ansatz.
Mit dem Ehepaar erfährt Hohen Neuendorf internationale Aufmerksamkeit. Musiker aus China, aus den USA und vielen weiteren Ländern lassen sich ihre Instrumente hier von Hand fertigen. Damit sorgt Hohen Neuendorf weltweit für guten Klang und gelungene Harmonien!

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