Willkommen in Hohen Neuendorf
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Herausragend mit Gitarre ohne Gesang

Arne Jansen Trio
Arne Jansen
Telefon:01 51/62 91 31 14
Website:www.arnejansen.com

Gemälde fürs Ohr

Stand: Oktober 2017

Große Limousine, dicker roter Teppich, die Showwelt weiß, wie sie ihre Stars ehrt. Zu den wenigen, denen diese Ehre zuteil wird, gehört ganz neu ein Künstler aus Hohen Neuendorf.

Arne Jansen liebt Zurückhaltung und eher leise Töne.
Dennoch oder gerade deshalb schaffte er es, 2017 mit dem „Echo Jazz“ den wichtigsten Preis in Deutschland für dieses Genre zu gewinnen. Und nicht nur das, der Gitarrist, der international gefragt ist, erhielt diese hohe Auszeichnung bereits zum zweiten Mal! Dabei gibt es diesen wichtigen Preis der Deutschen Phono-Akademie erst seit 2010!
Bereits 2014 hatte der Hohen Neuendorfer die Fachjury mit seiner musikalischen Beschreibung von Bildern des spanischen Malers Francisco de Goya auf der CD „The Sleep of Reason“ überzeugt.

Weltweit gefragt
In beiden Fällen gewann er den Preis im Zusammenhang mit Platten seines kleinen aber feinen „Arne Jansen Trio“. Damit gelang ihm das „Wunder“, mit jeder zweiten seiner CDs aufs Siegertreppchen zu kommen! Jetzt hat Hohen Neuendorf also einen Weltstar, den hier kaum jemand kennt.
„Jazz hat nicht das Millionenpublikum von Rock oder Pop“, weiß Arne Jansen. Dabei kann er nicht klagen: Er ist weltweit mit seiner Musik gefragt. Gerade bereitet er seine neue Afrika-Tournee vor. Sie soll unter anderem nach Madagaskar, Mosambik, Angola und in den Senegal führen. Bereits vorher trat er „in ziemlich allen Ländern Europas“ auf. Er war in der Türkei, in China, Indien, Japan, Brasilien und den USA. Oftmals ist das Reisen allerdings mit Schwierigkeiten verbunden: „Am Schlimmsten war es an der Grenze zwischen Usbekistan und Tadschikistan. Die Länder sind miteinander verfeindet. Deshalb gab es gleich acht Grenzkontrollen, was natürlich ewig gedauert hat.“

Ohne Sänger
Die Musik von Arne Jansen kommt komplett ohne Sänger aus. Das erleichtert die Wahrnehmung in den unterschied­lichen Ländern. „Jeder kann sich selbst in die Songs hineinfühlen“, begründet Arne Jansen. Die Klangwelt ist für viele Ohren leicht zugänglich, denn hier finden Elemente aus Rock, Pop und Jazz zu einem harmonischen Ganzen zusammen. „Interessant ist die Publikumsreaktion: Während es in Deutschland bei Konzerten überaus geordnet zugeht sind wir in Indien auf eine sehr emotionale Zuhörerschaft gestoßen. Die klatschen sofort begeistert, wenn ihnen eine Stelle gefällt und warten nicht brav ab, bis das Stück zu Ende ist!“

Pech mit Bass
Das „Arne Jansen Trio“ tritt bescheiden mit nur drei Instrumenten auf. Jansen ist mit der E-Gitarre zu erleben. Dazu kommen meist Kontrabass und Schlagzeug. Das Trio kann sich über weitgehende Stabilität erfreuen. Schlagzeuger Eric Schaefer ist von Anfang an dabei. „Nur beim Bass gibt es immer wieder Veränderungen“, wundert sich Jansen über die ungewollte „Dynamik“ dieses Instruments. Die attraktive Eva Kruse, die ebenfalls Echo-Preisträgerin ist, hat er durch Heirat an Schweden verloren. Nachfolger Andreas Edelmann aus Hohen Neuendorf wechselte in den Schuldienst. So hat das Trio mit Robert Lucaciu mittlerweile den dritten Bassisten. Er hat rumänische Wurzeln, stammt aber aus dem thüringischen Plauen.

Karriere aus dem Schülercafé
Bandleader Arne Jansen hingegen kommt aus Flensburg. „Ich bin fast Däne“, schmunzelt er. Die Rockbegeisterung wich der Faszination für Jazz, als er im Schülercafé eine Platte von Pat Metheny hörte. „Das hatte die gleiche Intensität wie bei Jimi Hendrix“, war er verblüfft. Er ging auf Entdeckungsreise in ein neues Genre, das ihn nicht mehr loslassen sollte. Es führte ihn 1996 nach Berlin auf die „Hochschule der Künste“, kurz HdK, die heute „Universität der Künste“ heißt. „Als ich ins Bundesjazzorchester unter Leitung des legendären Peter Herbolzheimer aufgenommen wurde und damit etliche Auslandstourneen machen durfte, waren die leisen Zweifel meiner Eltern endgültig ausgeräumt“, schmunzelt Arne Jansen.

Party mit Folgen
Ausgerechnet auf der Party seiner Ex-Freundin lernte er 2008 seine heutige Ehefrau Helen Collyer kennen, die in Cambridge Musik studiert hat. Sie tritt als Pianistin, Liedbegleiterin und Repetitorin auf. 2017 war sie für die weltweit renommierten Salzburger Festspiele engagiert. Das Paar ist seit 2010 verheiratet. Dass diese international gefragte Musiker-Familie 2013 Hohen Neuendorf als neue Heimat entdeckt hat, ist vor allem Töchterchen Frieda, 3, zu verdanken: „Wir wollten die Kleine nicht im Großstadtgetümmel von Berlin aufwachsen lassen“, hatten sich die Eltern überlegt. Mittlerweile hat die Stadt im Grünen weitere Verstärkung erhalten. Vater Hans-Peter Jansen hat sich von der stressfreien Atmosphäre ebenso überzeugen lassen wie die Schwieger­eltern, die aus ihrer Heimat in England hierherkamen.

Trophäe in Gefahr
Den begehrten Echo hätte Arne Jansen übrigens fast wieder verloren: „Als ich im Hotel alles zusammen­packte, fiel er mir erst in letzter Minute noch auf!“ Damit kann der Preis jetzt dauerhaft seinen Ehrenplatz im Eigenheim in Hohen Neuendorf einnehmen.